61. Geistliche Abendmusik - ein Passionskonzert

Die 61. Geistliche Abendmusik wurde vom Kammerchor ensemble avelarte aus Leipzig gestaltet.

Der Chor hatte zu einem besonderen Konzert in der Passionszeit eingeladen. Es erklangen sehr selten aufgeführte Motetten und Kantaten des Thüringer Komponisten Christian Heinrich Rinck aus der Zeit der Romantik. Rinck war einer der besten Organisten seiner Zeit und komponierte vor allem Orgelmusik und Vokalwerke. Seine Vokalmusik lebt von Elementen der Polyphonie und des Kontrapunkts, die eigene Klangvorstellungen im Sinne Johann Sebastian Bachs erkennen lassen. Zur Abendmusik erklang einen Ausschnitt seiner geistlichen Chormusik, so auch die Charfreytags-Kantate. Auch die Orgel kam nicht zu kurz. Nach dem kraftvollem Auftrakt mit dem Praeludium et Fuga d-Moll, erklang im Verlaufe des Konzertes auch die Fantasia et Fuga c-Moll aus der Practischen Orgelschule op. 55, Band 6, Nr. 10 und Praeludium e-Moll Practischen Orgelschule op. 55, Band 6, Nr. 3. Das Konzert fand seinen Abschluss in dem tiefsinnigen Höhepunkt des Chorvortrages „Vater unser“ - Das Gebet des Herrn. 

ensemble avelarte

Seit seiner Gründung 1998 ist das ensemble avelarte ein wichtiger Be­standteil der Musikszene Leipzigs. Sängerinnen und Sänger, die in den renommierten Chören der Stadt eine fundierte musikalische Ausbildung genossen hatten, fanden sich auf Initiative von Frank-Steffen Elster, dem heutigen Leiter des Gewandhaus-Kinderchores, zusammen, um auch in Kammerchorstärke zu musizieren. Im Jahr 2007 übernahm Guido Mattausch die musikalische Leitung.

Das Repertoire von avelarte ist vielseitig. Es umfasst weltliche und geistli­che Chorliteratur aus verschiedenen Epochen, Stilen, Regionen – a cappella oder mit Instrumentalbegleitung musiziert. Die Programme des Ensembles sind thematisch geschlossen mit bewusst gesetzten inhaltlichen Schwer­punkten, wie solche mit Vertonungen der Texte William Shakespeares oder Wilhelm Buschs. Avelarte gastierte auf dem Barockschloss Rudolstadt und beim Dieskauer Musiksommer. 

Avelarte versteht sich als Teil der lebendigen Leipziger Musiklandschaft und ist jedes Jahr mit Konzerten zur Passion, zu Weihnachten sowie Sommerkon­zerten mit weltlichen Programmen in Stadt und Umland präsent, gestaltet aber auch Gottesdienste mit dem Universitätsorganisten Daniel Beilschmidt in der Nikolaikirche, Wandelkonzerte zum Tag des offenen Denkmals und war bei der Eröffnung der „Leipziger Notenspur“ dabei. (Katharina Rosenkranz)