Gemeinsame Jugendstunde mit evangelischen Jugendlichen

Jugendstunde gemeinsam? In der Evangelisch-Lutherischen Matthäuskirchengemeinde Leipzig Nordost in Thekla trafen sich neuapostolische und evangelische Jugendliche zu einer gemeinsamen Jugendstunde.

Gerne folgte die Jugend aus Leipzig-Mitte am 29. Mai 2011 einer Einladung der Evangelisch-Lutherischen Matthäuskirchengemeinde Leipzig Nordost in Thekla zu einer gemeinsamen Jugendstunde. Dort kamen einige interessante Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen unseren Glaubensgemeinschaften ans Licht.

Der Nachmittag begann auf dem Kirchberg in Thekla. Nachdem alle in der Kirche "Hohen Thekla" Platz genommen hatten, fiel sofort die Überzahl an neuapostolischer Jugend auf. Marieke, die Gemeindepädagogin, erklärte uns, dass ihre Jugendlichen sich wöchentlich am Abend zusammenfänden und zudem ab einem gewissen Alter in die Studentengemeinde Leipzigs wechseln würden, was auch das geringe Durchschnittsalter der anwesenden evangelischen Jugend erklärte. Nach einem Gebet folgte ein kurzer geschichtlicher Vortrag über die über 800 Jahre alte Kirche. Demnach wurde sie von kriegerischen Auseinandersetzungen und Bränden nicht verschont. Schließlich musste sogar der komplette Innenraum im Jahre 1959 nach einer Brandstiftung, die alles bis auf die Mauern zerstörte, erneuert werden.

Als nächstes erfuhren wir interessante Fakten über die Liturgie, die in der dortigen Gemeinde praktiziert wird. Während es in einem neuapostolischen Gottesdienst eine feste Liturgie gibt, wird der Ablauf evangelischer Gottesdienste nach Bedarf variiert. Auch beim Abendmahl gibt es Unterschiede. Die Gemeinde versammelt sich vorm Altar und empfängt den Leib und das Blut Jesu in Form von Hostien oder von Brot und Wein. Marieke betonte, dass dies regional verschieden sei und daher rühre, dass die evangelischen Kirchen in Deutschland unterschiedlich reformiert seien.

Vor dem Altar bekamen wir dann spontan Lust auf einen kleinen Liedbeitrag. So trugen wir "Der Herr ist mein Licht" (CM 86) vor. Auch einige evangelische Jugendliche sangen mit und waren schlussendlich vom Liedbeitrag und der allgemeinen musikalischen Prägung in der NAK erstaunt. Der Rundgang wurde beendet mit einer Besichtigung des Glockenturms und einem gemeinsamen Gesang, bei dem Georg kräftig in die Orgeltasten haute. Im Anschluss begaben wir uns alle in den nahe gelegenen Pfarrgarten. Dort gab es für die Jugendlichen Getränke, einen Tischkicker und ein Volleyballfeld.

Nach kurzer Pause versammelten sich alle in einem großen Stuhlkreis und jeder stellte sich mit seinem Namen und einer Charaktereigenschaft vor. Das Thema der Jugendstunde lautete "Segen" und so fanden sich alle in kleinen Arbeitsgruppen zusammen und schrieben auf große Puzzleteile, was für jeden persönlich Segen bedeutet, z.B. Familie, Freunde, Arbeit, Ausbildungsplatz, Gesundheit, aber auch die Möglichkeit, seinen Glauben leben zu dürfen und Gemeinschaft pflegen zu können. Wir machten uns Gedanken darüber, wie Gott uns segnet, wer ein Segen sein kann und ob wir auch selber segnen können, und kamen zu dem glücklichen Schluss, dass jeder Einzelne ein Segen sein kann, schon wenn er in der Fürbitte für seine Lieben eintritt - da waren sich alle einig.

Dieses Erleben und das gemeinsame Abendessen mit Salaten und Grillgut sorgten für eine schöne Atmosphäre. Wir mögen zwar unterschiedlichen Glaubens­gemeinschaften angehören, am Ende glauben wir aber alle an denselben dreieinigen Gott. Um diesen bereichern­den Kontakt zu erhalten und auszubauen, sprach Evangelist Kortüm eine Gegenein­ladung aus. Diese wurde dankend ange­nommen.

T.S. / Fotos: M.M.