Gut, dass wir einander haben!

Seit Wochen liefen die Vorbereitungen für die 6. WOCHENENDfreiZEIT - seit Wochen fragten die Kleinsten täglich: „Wann geht's nach Reibitz?“ Endlich war es soweit!

Am Freitag, den 20. September 2013, rollten mehrere Fahrzeuge auf das Gelände des Schullandheimes Reibitz nördlich von Leipzig, um gemeinsam die 6. WOCHENENDfreiZEIT zu erleben. Über dem gesamten Wochenende stand das Motto Gut, dass wir einander haben!“ (ein Lied aus dem neuen Chorbuch). Das riesige gepflegte Gelände bot Freizeitmöglichkeiten verschiedenster Art bis hin zum eigenen See zum Baden und Boot fahren. Für die Unterbringung standen mehrere Hütten und Bungalows zur Verfügung.

Die Kinder waren schnell mit Werkzeugkiste, Wasserkanister, Sägen und viel Elan im „Irgendwo“ verschwunden. Emsig werkelten sie zusammen und schufen ein dreigeschossiges Baumhaus mit Eingangstür samt Fußabtreter, Wasserversorgung und dichtem Blätterdach.

Nach und nach fanden sich auch die Konfirmanden des Bezirkes Leipzig ein, die gemeinsam mit ihren Betreuern, Priester Weiske und Priester Jüpner, in die Wochenendfreizeit mit integriert waren. Nachdem fast alle Teilnehmer eingetroffen waren, wurde am frühen Abend der Grill angefeuert. Das Abendessen war reichlich und schmackhaft und Getränke für Jung und Alt standen zur Verfügung. Und da war es wieder … dieses Gefühl: Erholung in der Natur, Zufriedenheit bei Groß und Klein, Gemeinschaft genießen, Sorgen, Freuden, Kräfte teilen und sammeln.

Das Geschirrspülen „von Hand“ übernahmen bereitwillig mehrere Geschwister. So ein Wochenende lässt sich nur mit Arbeitsteilung und den dazugehörigen Plänen meistern, schließlich wollen ALLE Frieden und Freude genießen. Aber auch, wer sich nicht festlegen wollte, fand am Ende etwas zu tun, denn: Jeder lebt von allen andern; jeder macht die andern satt.

Nachdem die Kinder zu Bett gebracht waren, traf sich die Mehrzahl am großen Tisch zu Gesprächen über „Gott und die Welt“. Es war eine schöne Gelegenheit, einander auch außerhalb der Kirche kennenzulernen. Für manchen ging es sogar bis nach Mitternacht.

Das Frühstücksbüffet am Samstag, das viele Teilnehmer zusammengestellt hatten, war überreichlich und für jeden Geschmack ausgerichtet. Am Vormittag wurden die Kinder separat betreut und die meisten Erwachsenen fanden sich im Freien zu einem Gesprächskreis zusammen. Zur Einstimmung sangen alle gemeinsam das Lied „Gut, dass wir einander haben“. Der Gesprächskreis stand unter dem Thema „Frieden“ - ein Ziel, um das alle Beteiligten bemüht waren. Das Thema bewegte alle; jeder hatte sich individuell darauf vorbereitet und so konnte es von vielen verschiedenen Seiten erörtert und beleuchtet werden, z.B. die unterschiedlichen Definitionen des Begriffes „Frieden“, aber auch der Blick auf das Umfeld in Familie, Nachbarschaft, Arbeitsplatz und mehr. Der Zustand nach kriegerischen Handlungen, das Verhältnis zu Gott und der Glaube als Kraftquelle wurden ebenfalls besprochen. - Keiner, der nur immer redet; keiner, der nur immer hört. Jedes Schweigen, jedes Hören, jedes Wort hat seinen Wert.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen und einer Verdauungspause brachen alle zu einer Schnipseljagd auf, die von zwei Schwestern vorbereitet worden war. Der Weg führte durch das Landschaftsschutzgebiet zwischen den Orten Reibitz und Badrina entlang des Flüsschens Leine. Die Wanderer waren an mehreren Stationen aufgefordert, ihre Kenntnisse zu Flora und Fauna einzubringen. Ziel der Wanderung war der Gutshof der Geschwister Richter und Westphal in Badrina. Dort stand schon eine große liebevoll gedeckte Kaffeetafel im Garten bereit.

Die Sonne schien zwar nicht, aber der Regen hatte sich verzogen. Und so konnten die Kinder auf dem Rückweg auf einem nahegelegenen Feld noch ihre mitgebrachten Drachen steigen lassen. Zurück im Schullandheim war wieder Mitarbeit gefragt. Die Konfirmanden bereiteten den Gottesdienstraum vor und schmückten den Altar mit Blumen, Maiskolben, Eicheln und einem großen Pilz. Die Musikanten trafen sich zu einer kleinen Probe, die Männer feuerten den Grill an, die Kinder halfen beim Tragen und die Frauen haben eh immer was zu tun. Jedem wurde schon geholfen, jeder hat schon angefasst.

Der Abend klang am großen Lagerfeuer mit Gesang und Gesprächen aus. Nach dem Abendessen waren mit Hilfe kleiner Lampen zu später Stunde alle zum Singen bereit. Lieder, wie „Dona nobis pacem“, der „Lindenbaum“ oder auch „Marmor, Stein und Eisen bricht“ schallten über das Gelände. Als der Nebel über die Wiesen zog und der Mond hinter den Wolken hervorschaute, wurde auch er besungen: „Menschentröster, Gottesbote, der auf Friedenswolken thront, zu der schönsten Morgenröte führst du uns, du guter Mond“.

Als sich am Sonntagmorgen – angelockt vom Kaffeeduft – langsam der Frühstücksraum füllte, spielte schon jemand am Klavier. Hirte Barleben hielt später in einem der Bungalows den Gottesdienst, wo zu den Gedanken der Gesprächsrunde am Vortag zum Thema „Frieden“ weitere hinzukamen. Das Kinderliederbuch wurde oft genutzt. Überhaupt war der Gottesdienst in besonderem Maße ein Werk der Gemeinschaft: viele Musikbeiträge von Flöten, Geigen, Klavier und einem Chor aus Kindern, Konfirmanden und Geschwistern aller Altersgruppen. Alle anwesenden Priester und Diakone durften die Predigt mitgestalten und auch die Kinder wurden mit einbezogen und bereicherten den Gottesdienst. Denn, jeder kann mit Gottes Gaben das tun, was kein andrer schafft. Als zum Abendmahl für wenige Minuten die Sonne schien, war sich auch der Letzte sicher, dass Gott, von dem wir reden, hier in unsrer Mitte ist.

Im Nachgang bemerkten einige Kinder: „Der Gottesdienst war der beste aller Zeiten! Weil der Raum so schön geschmückt war. Weil wir Kinder mitmachen durften und weil so viele Priester und Diakone vorgestellt wurden …“ „Und unser Liederbuch haben alle genutzt, alle haben mitgesungen, selbst der Vorsteher. Das war spitze!“ „Ich freu mich schon auf’s nächste Mal Reibitz!“

Ein herzliches Dankeschön für das erlebnisreiche Wochenende gilt vor allem Gott, unserem Vater, aber auch allen, die uns mit Rat, Tat und Gebet begleitet haben.

Text: AL, SK, KS / Fotos: AN, FN, KS, SK