Seniorenstunde mit Apostel Bimberg

Für Donnerstag, den 5. Dezember 2013 hatte sich Apostel Bimberg bei den Senioren der Gemeinde Leipzig-Mitte zur Seniorenstunde angekündigt. Groß war die Vorfreude darauf.

Zu Beginn vertiefte der Apostel einige Gedanken aus dem Gottesdienst des Bezirksapostels Klingler am ersten Advent: Die Liebe Gottes in uns ist das wahre, ernsthafte Interesse am Leben des Nächsten. Wir sind alle verschiedenartig und haben unterschiedliche Gaben. Unsere Gaben wollen wir nicht dazu nutzen, uns zu profilieren. Die Liebe Gottes lässt uns die eigene Gabe einsetzen zur Ehre Gottes und zur Erbauung des Nächsten sowie die Gabe des Anderen groß sehen und nicht abwerten.

Apostel Bimberg ging auf die Bedenken und Sorgen der Älteren bezüglich der Einstellung der Jugend zur Zukunft der menschlichen Gesellschaft ein und leitete damit zum Thema der Seniorenstunde über: „Aktuelle Probleme in der Gesellschaft – Spannungsfelder zwischen Jung und Alt“. Gespannt lauschten die Zuhörer den Gedanken und Ausführungen des Apostels dazu.

Wie oft ist man von eigenen Erwartungen und „Vorurteilen“ geprägt, gerade im Zusammenleben von Jung und Alt. Auch zu früheren Zeiten gab es bereits Spannungsfelder zwischen Jugend und Alter. Die Jugend wächst heute in einer Zeit auf, die sehr schnelllebig ist. Es sind gesellschaftliche Trends zu erkennen, die auch von anderen Kirchen beklagt werden. Feste Bindungen nehmen ab. Individualität hat oberste Priorität, was zwar zum einen zu mehr Freiheit, aber zum anderen zu mehr Unsicherheiten führt. Auf der permanenten Suche nach Maximen, wird das Christentum mehr und mehr relativiert. Auch wenn sich immer noch viele Menschen nach spirituellen Inhalten sehnen, scheint die Kirche als Institution in den Hintergrund zu rücken. Apostel Bimberg betonte, dass die Kirche aktive Gemeindemitglieder braucht.

Die demographische Entwicklung und der Wandel der Gesellschaft machen auch vor der christlichen Kirche nicht Halt. Immer kleinere Gemeinden sind die Folge, was zu logischen Konsequenzen führt: Eine Bündelung von Kräften und Energien ist notwendig – zum einen innerhalb der Gemeinde, aber auch unter den christlichen Kirchen. Deshalb ist es wichtig, dass Jung und Alt mehr zusammenrücken und voneinander profitieren. Diese Entwicklungen werden von den Älteren anders als von den Jüngeren bewertet. Beide Bewertungen zusammen ergeben ein auf die Zukunft orientiertes Bild.

Vieles hat sich im Laufe der Zeit in unserer Kirche gewandelt: die Missionsarbeit, die seelsorgerische Betreuung der Kirchenmitglieder oder die musikalischen Richtungen und Klangarten (Gospel, Pop-Konzerte und Musicals in der Kirche). Unterschiedliche Empfindungen darüber könnten zu Streitpunkten und Ärgernissen führen. Der Apostel sieht die „Vorzüge des Alters“ darin, großzügig und gelassen über Dinge hinwegzusehen, auch wenn einem nicht immer alles gefällt.

Unser Verhältnis zu anderen christlichen Kirchen ist offener und toleranter geworden. Dazu hat auch das Erscheinen des Katechismus beigetragen. Die gemeinsamen christlichen Werte sollen im Vordergrund stehen und uns begeistern. Das Verständnis dazu kommt aus dem Interesse am Leben des Nächsten.

Im Anschluss an die Ausführungen des Apostels folgte der gemütliche Teil der Seniorenstunde. Im Mehrzweckraum der Kirche waren liebevoll adventlich geschmückte Vierertische mit Kuchen und weihnachtlichen Süßigkeiten gedeckt. Kaffee, Tee sowie „Käse und Fettbemmen“ ließen die 40 anwesenden Senioren noch zu manchem angenehmen Gespräch und Gedankenaustausch in Gemeinschaft mit dem Apostel verweilen.

Ein Gebet von Apostel Bimberg beendete das schöne Zusammensein.

G.M., C.B., Fotos: R.K.