Musikalischer Brückenschlag der Generationen

Als im vergangenen Jahr der Bezirksseniorenchor zu einem Gottesdienst sang, staunten die Kinder nicht schlecht: Die Senioren singen. Das wollten sie sich näher ansehen.

Dazu besuchten die „Flitzefinger“-Kinder von Leipzig-Mitte am Samstag, den 29. März 2014, einfach selbst einmal eine Seniorenchorprobe. Vielleicht können die Senioren ja auch Kinderlieder? Und ob. Nachdem sie die Noten erhalten hatten, übten die Senioren mit Eifer die Lieder der Kinder. So stand einer gemeinsamen Probe nichts mehr im Wege.

Auch die Kinder bereiteten sich besonders gut vor. Seit fast 2 Jahren musizieren die „Flitzefinger“ (momentan 5 Kinder zwischen 8 und 10 Jahren) gemeinsam zweimal monatlich mit ihren Eltern. Für den Besuch beim Seniorenchor traute sich der musikalische Nachwuchs der Gemeinde Leipzig-Mitte, auch einmal allein oder zu zweit zu spielen. So entstand eine lockere Folge von Vorträgen aus den gemeinsamen Proben und dem individuellen Musikschul-Unterricht.

Zu Beginn des Treffens hatten zwei Brüder eine Überraschung parat. Diese ließ besonders das Herz des Nachwuchsbläsers höher schlagen: ein Saxophon! Im Duett mit Orgel ein ganz besonderer und seltener Klang.

Nach einer kurzen Einsingübung stand dem gemeinsamen Musizieren nichts mehr im Wege. Zuerst ging es in die Natur mit schönen Frühlingsliederfassungen, dem „Frühling“ von Vivaldi und „Sieh die Blumen auf dem Felde“. „Lobe den Herrn“ klang gemeinsam noch viel schöner, genauso wie „Wenn ich ein Vöglein wär“. Beim „Kleinen Präludium“ schmolzen die Mädels dahin. Die Größeren hatten sich dann schon anspruchsvollere Literatur vorgenommen und mit Streichquartett und Klavier war es ein neues Erlebnis für Musikanten und Zuhörer. Eine Herausforderung, der sich auch die Gastmusikanten gern stellten.

Im gemeinsamen lockeren Beisammensein konnten die Kinder erleben, was für große Herzen die Senioren haben (und das lag nicht nur an der „Osterüberraschung“).

Als kleines Geschenk bekamen die Senioren noch Noten in besonderer Form mit auf den Weg. Vielleicht singen sie dieses Lied einmal im Gottesdienst – gemeinsam mit den Kindern.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Diese gemeinsame Probe war ein gelungener Brückenschlag zwischen den Generationen.

Übrigens, auch der Seniorenchor scheint Nachwuchsprobleme zu haben. Eine der jüngeren Schwestern fragte schon mal nach: „Ab wann darf man denn bei den Senioren mitsingen?“

(Vielleicht ist sie mit 10 Jahren für den Seniorenchor noch zu jung. Aber man muss sicher nicht erst Rentner sein, um im Seniorenchor mitzuwirken.)

S.K. / Fotos: G.M., H.Z.