Weite Herzen, offene Türen: WaBaWie zu Besuch in L-Mitte

Wer hätte ahnen können, was aus einem Schuhkarton alles werden kann? Lange schon haben wir mit Spannung auf den ersten Advent gewartet. Nun war es endlich soweit - unsere Partnergemeinden aus der IKT-Aktion „Gemeinde im Schuhkarton“ - Walldorf, Wiesloch-Baiertal und Wiesloch, kurz und liebevoll auch „WaBaWie“ genannt - haben uns besucht.

Groß war die Spannung auf beiden Seiten. Wie werden wir uns verstehen, was werden die nächsten Tage bringen? Und dann ging alles ganz einfach! Am späten Freitagnachmittag kamen unsere Gäste nach 10-stündiger Fahrt (mit Zwischenstopp in Eisenach) im Hotel „Schloss Breitenfeld“ in Leipzig an. Zum Abendessen waren auch einige Geschwister unserer Gemeinde zugegen. Durch die offene, unkomplizierte und liebevolle Art unserer Gäste fanden wir nach einer kurzen Kennenlernphase schnell zueinander. Und so plauderten wir nach dem Abendbrot bereits in kleineren Gruppen mit unseren Freunden aus der Kurpfalz über unsere Gemeinden und genossen die freudige Gemeinschaft. Es war so, als würden wir uns schon immer kennen. Mit viel Spaß, aber auch tiefgründigen Gesprächen verging der Abend viel zu schnell. Man muss sagen, viel schöner kann es im Himmel fast auch nicht sein. ... Wir haben uns gesucht und gefunden!

Am Samstag hatten unsere Gäste ein großes Programm vor sich. Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus zum Völkerschlachtdenkmal. Dort wurden sie bereits von einer kleinen Abordnung der Jugend erwartet, die sie mit Glühwein, Spekulatius und Fettbemmen überraschte. Nach der Besichtigung des „Völki“ (die Sicht von oben war leider aufgrund von Nebel nicht so toll) begaben sich unsere Gäste auf eine Stadtrundfahrt. Anschließend blieb noch Zeit, die Leipziger Innenstadt und den Weihnachtsmarkt zu erkunden.

Gegen 16.30 Uhr trafen die Gäste in unserer Kirche in Leipzig-Mitte zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier mit unserer Gemeinde ein. Bei Kerzenlicht, Kaffee und Kuchen, weihnachtlichem Gebäck und vielen anderen Köstlichkeiten, aber auch schönen Gesprächen, einer Kirchen- und Orgelführung verging auch hier die Zeit wie im Flug. Unsere drei Partnergemeinden stellten sich vor, wir sangen gemeinsam, die Jugend zeigte ihr Filmprojekt vom Jugendtag 2011 in Erfurt und unser Freund Bezirksevangelist i.R. Heuer verlas ein selbst verfasstes Gedicht über die Entstehung und den Werdegang der Gemeindepartnerschaft, welches viele zum Schmunzeln brachte.

Besonders bewegt und gerührt waren wir von den vorbereiteten Geschenken, die uns unsere Freunde aus WaBaWie mitgebracht haben. Für jede Familie bzw. jeden Haushalt hatten sie ein Glas „Kurpfälzer Adventswunder“ (eine Backmischung für einen leckeren „Original Kurpfälzer Gewürzkuchen“) im Gepäck. Bei einer so großen Gemeinde wie Leipzig-Mitte füllten die Gläser mehrere große Kisten. Die Kinder der Gemeinde konnten sich über liebevoll gebastelte Wichtelmännchen, gefüllt mit einem Dinkelsäckchen-Wärmkissen, freuen. Aber das war noch nicht alles. Unsere Partnergemeinden hatten im Vorfeld ihrer Reise fleißig für unser Aufzugsprojekt gesammelt und unserer Gemeindeleitung einen liebevoll gebastelten Fahrstuhl, gefüllt mit einer sehr großzügigen Spende, überreicht. Für all diese Gaben und die damit verbundene Liebe und Mühe bedanken wir uns von ganzem Herzen!!! Wir waren einfach überwältigt.

Den Höhepunkt des Wochenendes bildete dann der Gottesdienst am 1. Advent mit unserem Bezirksältesten Cramer. Die Wiedersehensfreude am Sonntag war groß und die Begrüßung herzlich. Der Gottesdienst wurde durch einen gemeinsamen Chor aus unseren vier Gemeinden würdig und freudig umrahmt. Instrumentalisten und der Kinderchor, in den auch die Kinder aus WaBaWie integriert waren, setzten einen schönen musikalischen Schlusspunkt. Nach dem Gottesdienst wurde dieses wunderbare Zusammensein mit einem gemeinsamen Mittagsimbiss beendet. Nach Austausch diverser E-Mail-Adressen und Telefonnummern fiel der Abschied schwer und es flossen auch Tränen. Was bleibt, sind viele schöne Erinnerungen und die Freude auf ein baldiges Wiedersehen! Ein großes Dankeschön auch an alle Organisatoren, ohne die es dieses Zusammensein nicht gegeben hätte.

Spontane Reaktionen aus den Gemeinden:

„Auf der Rückreise im Bus hatte ich den Auftrag, noch Einzelfotos für das Reisetagebuch zu machen und ich blickte nur in beseelte und glückliche Gesichter.“

„Kaum zu glauben, dass wir diese Geschwister vor ein paar Wochen noch nicht gekannt haben. Mir ist, als würd ich sie schon ewig kennen…“

Ein Glaube – ein Ziel – eine Gemeinschaft. Für mich persönlich war es ein wunderschönes Wochenende mit freudigen Erlebnissen und schönen Gesprächen. Was mir besonders auffiel: wir hatten den 1. Advent, es brannte eine Kerze, wir sangen die Nr. 1 aus dem Gesangbuch, wir waren ein Herz und eine Seele. Das konnte man verspüren.“

Wenn man sich so überlegt: Freitag - 19.00 Uhr. Viele fremde Personen - die meisten kennen sich nicht. Eines haben sie gemeinsam: Ein Glaube - ein Ziel. Wenige Augenblicke später liegt man sich schon in den Armen... .

Woher kommt das? Noch viel schmerzlicher der Abschied am Sonntag. Man kennt sich keine 48 Stunden..., trotzdem die Tränen in den Augen. Da fehlen einem die Worte, dafür gibt es keine. Ich würde sogar behaupten, dafür braucht man keine. Wir danken einfach unsrem lieben Gott dafür!!!!“

E.T., D.R., S.V., R.L., A.V.H. / Fotos: S.V.