Zu Besuch bei christlichen Nachbarn

An diesem Samstagvormittag bestand für interessierte Geschwister von Leipzig-Mitte die Möglichkeit, einmal einen detaillierten Blick in das Innere der neu erbauten und im Mai 2015 geweihten Leipziger Probsteikirche zu werfen.

Im Rahmen einer Spenderdankveranstaltung erläuterte der Probst der Probsteigemeinde St. Trinitatis, Gregor Giele, das Konzept des Kirchenbaus sowie verschiedene Details der Gestaltung des Gotteshauses. Zahlreiche Geschwister aus Leipzig-Mitte nahmen die Möglichkeit wahr, den christlichen Nachbarn einen Besuch abzustatten.

Was dem Betrachter der Kirche sofort auffällt, ist die erstaunliche Schlichtheit des Kircheninnern. Prunkvolle Heiligenbilder und Ikonen, wie man sie vielleicht in einer katholischen Kirche vermutet, sucht man in der Probsteikirche vergeblich. Die Wände sind karg. Hinter dem Altar ist ein mit einem südamerikanischen Ornament verziertes griechisches Kreuz angebracht. Die Bänke scharen sich rund um den Altar. Da die Wortverkündigung im Mittelpunkt steht, sind Chor, Orchester und sonstige musikalische Elemente auf die Emporen verlagert.

Die Probsteikirche versteht sich als Ort der Begegnung, die Jedem, der Stille und Einkehr sucht, offen steht. Sie ist in ihrer Konzeption ein bewusster Gegenpol zum hektischen Treiben der Leipziger Innenstadt. Ein besonderes Highlight ist das zur Stadt hin gestaltete „Schaufenster“, das von außen betrachtet - je nach Beleuchtung - den gesamten Text des Alten bzw. des Neuen Testaments zeigt.

Trotz ihrer Schlichtheit finden sich alle wesentlichen Elemente einer katholischen Kirche in dem Bauwerk wieder, so auch das „ewige Licht“ und der Kreuzweg - mit kleinen Metallplatten in den Boden eingelassen. Im benachbarten Gemeindezentrum befindet sich das Kirchen-Lesecafé 3Klang, ein Ort, wo man sich trifft oder auf jemanden wartet. Dort verweilten im Anschluss an die Kirchenführung noch etliche Geschwister bei Kaffee und Kuchen und interessanten Gesprächen.

Text/Fotos: A.V.H.