Stationen der Karwoche

Die Karwoche, manchmal auch die Große oder Heilige Woche genannt, ist die letzte Woche vor Ostern. In dieser Zeit wird besonders der Ereignisse zwischen dem Einzug Jesu Christi in Jerusalem und der Auferstehung vom Grab gedacht.

Die Karwoche ist eine stille Zeit des Gedenkens an das Leiden Christi und den besonderen Weg des Gottessohnes. Traditionell markierte diese Woche den Höhepunkt der Fasten- und Passionszeit. Gemeinsam mit den Kindern haben sich die Sonntagsschullehrer der Gemeinde einigen Stationen der Karwoche gewidmet und versucht, sie jeweils durch eine Installation darzustellen. Die einzelnen Installationen wurden im Kellerfoyer der Kirche aufgebaut, so dass sie für interessierte Gottesdienstbesucher ein Ort der gemeinsamen, inneren Vorbereitung auf das Osterfest sein konnten. Jeder Betrachter war herzlich eingeladen, sich aktiv an diesem Projekt zu beteiligen und seine Gedanken und Ideen auf die an jeder Station abgebildeten Fragen einzubringen:

  • Jesus zieht in Jerusalem ein. – Was würdest du dir von einem Herrscher der Welt wünschen?
  • Jesus wird gesalbt. – Welches Geschenk würdest du Jesus Christus machen?
  • Jesus feiert Abendmahl. – Wer soll mit Jesus und dir noch mit als Gast am Tisch sitzen?
  • Jesus im Garten Gethsemane. – Was ist für dich ein besonderer Ort der Ruhe und Nähe zu Gott?
  • Jesus wird verurteilt und gekreuzigt. – Welche deiner Sorgen und Nöte trägt Jesus Christus mit?
  • Jesus lebt. – Welche deiner Eigenschaften würdest du im Grab zurücklassen?

Entstanden waren die einzelnen Stationen bereits am Ende der Winterferien. Als Sonntagsschullehrer steht man immer wieder vor der Aufgabe, die tiefe Bedeutung der Passion und des Osterwunders den Kindern zu vermitteln. Während am Ende der Adventszeit eine ungetrübte Weihnachtsfreude steht, ist mit dem Osterfest immer auch die große Trauer und das Leid Jesu Christi verbunden. Das Warten auf Ostern ist somit eine Zeit innerer Sammlung und Besinnung. Und manchmal ist es auch das ganz eigene, persönliche Leid, welches uns den Weg Jesu besser verstehen lässt. Schon lange hatten die Sonntagsschullehrer überlegt, dies mit einem gemeinsamen Gestaltungsprojekt an einem besonderen Tag in Angriff zu nehmen.

Nach viel Vorbereitung war es schließlich am 19.02.2016 soweit. Die Sonntagsschullehrer trafen sich mit insgesamt 8 Kindern und einigen Eltern am letzten Freitag der Winterferien früh um 9 Uhr zum ersten Bibelbasteltag. Nach einem gemeinsamen Frühstück wurde in das Thema kurz eingeführt und gemeinsam gesungen. Es standen insgesamt 7 Stationen mit Bastelmaterialien und Requisiten bereit. Zum Aussehen jeder Station gab es nur eine grob umrissene Idee. Es wurde gebastelt, geschraubt, geklebt und getackert. Mit viel Fantasie und Ideenreichtum entstand aus vielen einzelnen Kartons das Tor von Jerusalem, unter welchem ein Weg aus Rindenmulch hindurchzog. Aus Blumen und Töpfen, einem großen gemalten Baum und einem Landkartenständer wurde der Garten Gethsemane geschaffen; aus der Strandmuschel ein Felsengrab und aus dem Garderobenständer der Hintergrund für das Kreuz. Jeder konnte sich mit seinen besonderen Fähigkeiten und Ideen einbringen. Die Zeit verging wie im Flug. Mittags gab es Pizza und die Kinder hatten sich eine anschließende Pause im Park wohl verdient. Nachmittags ging es weiter und mit Requisiten wurden symbolisch die Fußwaschung, die Salbung und der Abendmahlstisch dargestellt. Nachdem alle Stationen fertig waren, wurde an jeder Station noch ein Aufsteller platziert, der neben einer kurzen Beschreibung der Station auch eine Frage abbildete, die dazu anregen sollte, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Natürlich waren die Kinder auch die ersten, die die Fragen, manchmal mit überraschenden Einsichten, beantworteten. Am Ende des Tages waren alle erschöpft und glücklich über das geschaffene Projekt.

gms / Fotos: M.K., L.S.