Denn bei dem Herrn ist die Gnade

Am 5. Juli 2026 fand der Gottesdienst für Entschlafene statt, den Apostel Jens Korbien leitete. Als Bibelwort diente Psalm 130, Vers 7: „Israel hoffe auf den HERRN! Denn bei dem HERRN ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.“

Zu Beginn verdeutlichte der Apostel anhand eines alltäglichen Beispiels, dass nicht alles verstanden werden muss, um wirksam zu sein. So wie eine Spende per QR-Code den Empfänger erreicht, auch wenn nicht jeder die technische Funktionsweise nachvollziehen kann, wirkt auch Gottes Gnade – selbst wenn wir ihre Wirkungsweise nicht vollständig verstehen.

In seinen Ausführungen nahm Apostel Korbien Bezug auf die Liedtexte des Eingangsliedes „Noch ist die Gnadenpforte für jeden aufgetan“ sowie des Liedes „Darf ich wieder kommen mit derselben Schuld“. Er machte deutlich, dass wir immer wieder die Gnade Gottes suchen dürfen und dass diese Gnadenpforte für alle Menschen offensteht.

Ein weiterer Vergleich galt den Sicherheitsanweisungen im Flugzeug. Häufig würden diese kaum beachtet, weil man denke, es werde schon nichts geschehen. Ähnlich verhalte es sich mit den Hinweisen Gottes. Durch die Propheten und heute durch das bevollmächtigte Amt schenkt Gott Orientierung, doch viele Menschen hören nicht darauf. Wie bei einem Druckabfall im Flugzeug zunächst die eigene Sauerstoffmaske angelegt werden muss, bevor anderen geholfen werden kann, müssen auch wir zunächst selbst die Hilfe Christi annehmen. Erst dann können wir anderen dienen.

Anhand der Worte aus Psalm 130 „Wenn du, HERR, Sünden anrechnest – Herr, wer wird bestehen?“ wurde deutlich, dass kein Mensch aus eigener Kraft vor Gott bestehen kann. Die eigentliche Not des Menschen liegt in seiner Sündhaftigkeit und der dadurch entstandenen Gottesferne. Dies betrifft sowohl die Menschen auf Erden als auch die Seelen in der jenseitigen Welt.

Der Apostel betonte, dass Erlösung ein Prozess in der Gnadenzeit ist. Unsere Aufgabe besteht darin, für die Seelen zu beten und ihnen zu helfen, für Gottes Gnade empfänglich zu werden. Dabei sollten wir weder uns selbst noch andere überfordern.

Besonders eindringlich warnte Apostel Korbien davor, sich in einer Täter-Opfer-Denkweise zu verlieren. Es sei eine List des Satans, den Menschen einzureden, stets Opfer der Umstände oder anderer Menschen zu sein. Erst die ehrliche Erkenntnis der eigenen Sündhaftigkeit öffne den Weg zur Gnade Gottes. Selbst schwere Schicksalsschläge dürften nicht dazu führen, die Schuld ausschließlich bei anderen zu suchen. Hilfe und Erlösung kommen allein durch Jesus Christus – vorausgesetzt, der Mensch erkennt seine eigene Bedürftigkeit und nimmt seine Gnade an.

In der Mitpredigt hieß der Bezirksvorsteher besonders die Seelen aus der jenseitigen Welt herzlich willkommen. Er erinnerte daran, dass am Vortag ein Traugottesdienst gefeiert worden war. Eine Trauung zeige die Liebe zweier Menschen zueinander und sei zugleich ein Zeichen der Liebe Gottes, der jedem Menschen zuspricht: „Ich liebe dich.“

Der Bezirksvorsteher unterstrich, dass sowohl wir als auch die Seelen in der jenseitigen Welt auf die Gnade Gottes angewiesen sind. Er warnte vor Selbstmitleid und einer Haltung, die den Menschen nur mit sich selbst beschäftigt und ihn innerlich nach unten zieht. Die Gemeinde schenke Gemeinschaft und Stärke – niemand müsse seinen Glaubensweg allein gehen. So wie in der Ehe zwei Menschen gemeinsam ihren Weg beschreiten, sei auch die Gemeinde eine wertvolle Glaubensgemeinschaft, die wir nicht missen möchten.

Abschließend wurde hervorgehoben, dass der Born der Gnade für alle Menschen offensteht. Ohne Vorurteile dürfen wir allen die Gnade Gottes gönnen und für diejenigen beten, die noch fernstehen oder nach Gottes Hilfe verlangen.

Zum feierlichen Abschluss stimmte die Gemeinde gemeinsam mit den Blechbläsern das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ an. Mit diesem kraftvollen Lobgesang klang der Gottesdienst in einer würdevollen und hoffnungsvollen Atmosphäre aus.